Berichte aus dem Museum

Arnoldis Obst-Cabinet

Ein 160 Jahre alter „Obstsalat“ in Oldenburg

von Dr. Maria Will

Der Apfel ist das liebste Obst der Deutschen. Elstar, Braeburn und Gala sind fast allen bekannt. Doch wer kennt Sorten wie den Boikenapfel oder den Schönen von Nordhausen? Im Handel ist von einer ursprünglich großen Sortenvielfalt nur wenig zu merken. Im 19. Jahrhundert versuchten Obstsortenkundler (Pomologen) die Kenntnis für Apfel-, Birnen- oder Steinobstsorten durch regelmäßige Publikationen vermehrt in die Öffentlichkeit zu tragen. Bald wurden auch naturgetreue Modelle aus Porzellan, Pappmaché oder Wachs hergestellt, wie z.B. das in Serie gefertigte „Obst-Cabinet“ von Arnoldi. Die Früchte wurden im Auftrag des Thüringer Gartenbauvereins gefertigt und in die ganze Welt verschickt. Mit ausführlichen Informationen zu Standortansprüchen und Nutzungspotenzial sollten auf diese Weise der Anbau gefördert und die Selbstversorgung verbessert werden.

Von den Kollektionen dieser zerbrechlichen, kunstvoll kolorierten Modell-Früchte gibt es heute nur noch sehr wenige. Das Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg verfügt über eine der umfangreichsten Sammlungen im deutschsprachigen Raum. Die Früchte sind Beleg für eine enorme, fast verlorene Sortenvielfalt im 19. und 20. Jahrhundert. Heute sind sie außerdem Referenzen für die Bestimmung alter Sorten.

Sie sind zugleich auch kleine Kunstwerke. Diese Früchte sind detailverliebt und haben einen enormen ästhetischen Wert. Anlässlich des Jubiläums der ersten Lieferung von Arnoldis „Obst-Cabinet“ im Jahr 1856 können Sie sich von der Schönheit der Früchte nun selbst überzeugen und etwas über den Hintergrund der Sammlung erfahren.

TIPP: Nutzen Sie die Gelegenheit bei einer Führung am 7. August um 15 Uhr interessante Details zu erfahren und einige weitere Modelle aus der Nähe zu betrachten.

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