Berichte aus dem Museum

Wissen Sie eigentlich ...

... wie man einen ganzen Auwald in ein Museum bekommt?

von Mareike Lange

Das wusste ich vor meinem zehnwöchigen Praktikum im Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg auch noch nicht.

Mein Name ist Mareike Lange, ich bin Studentin der Biologie im 6. Semester an der Carl-von-Ossietzky Universität in Oldenburg und habe im Rahmen meines Praxismoduls ein Praktikum im Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg absolviert. Viele Vorstellungen von der Arbeit im Museum hatte ich nicht, natürlich müssen die ausgestellten Objekte irgendwoher kommen und irgendjemand muss sich mit dem Schreiben der ganzen Texte befasst haben. Wie dies nun alles funktioniert konnte ich dann in den vergangenen zehn Wochen erfahren. Innerhalb dieser spannenden Zeit habe ich an den Vorbereitungen zur Sonderausstellung „natur.wert.schätzen.“ anlässlich des 200jährigen Schlossgartenjubiläums mitgearbeitet. Ich habe Informationen für die verschiedenen Tiergruppen in der Ausstellung recherchiert, einige der ausgestellten Laufkäfer und Tagfalter aus der umfangreichen Insektensammlung gesucht und bei den Aufnahmen der Interviews für die verschiedenen Perspektiven-Körbe mitgewirkt.

Kurz vor Ausstellungsbeginn begann die heiße Phase im Museum, viele verschiedene Aufgaben standen an und alle arbeiteten auf Hochtouren. Meine Hauptaufgabe war das Schreiben von Artsteckbriefen für die großen Panoramen im oberen Teil der Ausstellung. Diese enthalten, neben wichtigen Informationen zur Ökologie der vorgestellten Tiere, auch eine kleine Zusatzinformation, die mich manchmal trotz meines biologischen Vorwissens zum Staunen brachte. Das Schreiben von Texten fürs Museum musste ich jedoch auch erst einmal lernen und üben. Es gibt viel zu beachten, wie den Textumfang und die Verständlichkeit der Texte. In den letzten Tagen vor der Ausstellungseröffnung ist jede Hand gefragt, um den Ausstellungsaufbau zu unterstützen, z.B. bei der Anbringung der Präparate oder dem Montieren der Texte.

Am 25.4 gab es dann die große Ausstellungseröffnung und viele interessierte Besucher betrachteten die Fülle an Präparaten und das innovative Ausstellungskonzept mit großen Augen. Anders als in anderen Ausstellungen, wo nie etwas berührt werden darf, kann der Besucher hier im unteren Teil der Ausstellung interaktiv mitdenken und seine Meinung über Abstimmungsperlen bekunden. Das ist mal etwas ganz anderes, was ich noch nie in einem Museum gesehen habe. Auch ich habe mir die Ausstellung noch mal intensiv betrachtet und meine eigene Meinung zum Wert von Natur und Umwelt abgegeben.

Alles in allem nehme ich aus dieser Zeit viel mit. Ich habe einen echten Einblick in die Arbeit einer Biologin, innerhalb eines Museums bekommen. Doch auch die vielen anderen Arbeitsfelder, wie das der Präparatoren und Museumspädagogen, der Restauratoren und Tischler und die Vielzahl weiterer Berufe innerhalb eines Museums habe ich kennengelernt. Die nächste Ausstellung, die ich besuche, werde ich nun wahrscheinlich mit anderen Augen sehen.

Zurück